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Autorität, Brücke, Wert, Vision

Additive vs. subtraktive Fertigung: Kernunterschiede und industrielle Anwendungen

2026-01-27

Die Entwicklung der Fertigungstechnologien hat zwei dominierende Ansätze hervorgebracht: die additive Fertigung (AM) und die subtraktive Fertigung. Obwohl beide darauf abzielen, funktionstüchtige Komponenten herzustellen, unterscheiden sich ihre Methoden, Möglichkeiten und Grenzen erheblich.

Die subtraktive Fertigung erreicht Präzision durch Materialabtrag. Sie beginnt mit massiven Werkstoffbarren (wie Metallingots und Kunststoffplatten) und nutzt Verfahren wie die computergesteuerte numerische Steuerung (CNC), Fräsen und Drehen, um systematisch Material zu entfernen und die gewünschte Geometrie zu erzielen. Dieses Verfahren weist klare Vorteile auf: Es liefert eine ausgezeichnete Oberflächenqualität und hohe Maßgenauigkeit (mit einer Toleranz von ±0,025 mm), die tragenden Flächen weisen aufgrund der isotropen Kornstruktur hervorragende mechanische Eigenschaften auf, und die ausgereifte Technologie ist branchenübergreifend weit verbreitet. Allerdings weist sie auch offensichtliche Einschränkungen auf: Der Materialverbrauch ist erheblich (die Ausschussrate kann bei komplexen Titanlegierungsbauteilen bis zu 90 % betragen), sie ist durch geometrische Formen begrenzt (z. B. innenliegende Kanäle und Gitterstrukturen sind in der Regel nicht realisierbar), und der Werkzeugverschleiß beschleunigt sich beim Bearbeiten harter Materialien wie Titan, was die Produktionskosten erhöht.

Die additive Fertigung stellt Bauteile durch schichtweises Auftragen her. Basierend auf digitalen Modellen werden Komponenten durch schichtweises Aufbringen von Materialien (typischerweise Metallpulver oder Polymer) gefertigt; zu den zentralen Technologien zählen das Selektive Laserschmelzen (SLM), das Fused Deposition Modeling (FDM) und das Binder Jetting (BJ). Zu ihren Kernstärken zählen: die nahezu endkonturnahe Fertigung, die den Materialabfall minimiert (mit einer Ausschussrate von weniger als 5 %), die uneingeschränkte Gestaltungsfreiheit (die Herstellung organischer Formen, innerer Hohlräume und leichter Gitterstrukturen ermöglicht) sowie die Möglichkeit der schnellen Prototypenerstellung und individualisierten Produktion (z. B. patientenspezifischer medizinischer Implantate). Allerdings weist sie auch Schwächen auf: Die Oberflächenrauheit ist vergleichsweise hoch und erfordert häufig eine Nachbearbeitung; anisotrope Materialeigenschaften können die strukturelle Integrität beeinträchtigen; das Bauvolumen ist begrenzt, und die Produktionsgeschwindigkeit ist bei Massenfertigung langsam.

Die Materialeffizienz stellt eine entscheidende Unterscheidungslinie zwischen beiden Verfahren dar, insbesondere deutlich bei der Verarbeitung hochwertiger Metalle. Bei der traditionellen Bearbeitung von Titanlegierungen geht ein großer Teil des Rohmaterials verloren, während die additive Fertigung über 95 % des eingesetzten Pulvers nutzt. Diese Effizienz steht im Einklang mit Nachhaltigkeitszielen und kann langfristig die Rohstoffkosten senken.

Was den Kompromiss zwischen Gestaltungsfreiheit und Präzision betrifft, zeichnet sich die additive Fertigung bei Anwendungen mit komplexen Strukturen besonders aus: Im Luft- und Raumfahrtbereich ermöglicht sie beispielsweise die Herstellung topologieoptimierter Halterungen, die Gewicht reduzieren, ohne an Festigkeit einzubüßen; im medizinischen Bereich erlaubt sie die Produktion poröser Knochenimplantate, die die Gewebeintegration fördern. Die subtraktive Fertigung hingegen dominiert Szenarien mit strengen Präzisionsanforderungen, wie etwa Motorkomponenten mit Toleranzen im Mikrometerbereich oder optische bzw. Dichtflächen, die Spiegelfinish-Oberflächen erfordern.

Hybride Fertigungslösungen gewinnen zunehmend an Bedeutung, um die Stärken beider Verfahren zu integrieren. Zukunftsorientierte Hersteller kombinieren diese beiden Prozesse immer häufiger: Sie nutzen die additive Fertigung, um nahezu fertiggeformte Bauteile mit komplexen Merkmalen herzustellen, und setzen anschließend subtraktive Bearbeitungsverfahren ein, um kritische Oberflächen und Schnittstellen zu verfeinern. Dieses synergetische Modell vereint Innovationskraft und Zuverlässigkeit – beispielsweise bei Turbinenschaufeln mit 3D-gedruckten Kühlkanälen und CNC-bearbeiteten Profilflächen.

Hinsichtlich nachhaltiger Aspekte trägt die additive Fertigung zur Kreislaufwirtschaft bei, da recycelte Pulver (wie Titanlegierungsabfälle) in geschlossenen Kreisläufen wiederverwendet werden können; während die Recyclingquote der subtraktiven Fertigung stetig steigt, bestehen hier nach wie vor Herausforderungen bei der Trennung von Metallspänen und der Wiederherstellung der Werkstoffeigenschaften.

Hinsichtlich der zukünftigen Entwicklungsperspektive wird bei Fortschreiten der digitalen Fertigungstechnologien die Wahl zwischen additiven und subtraktiven Verfahren von drei Kernfaktoren abhängen: Teilekomplexität (der Kompromiss zwischen geometrischer Freiheit und struktureller Einfachheit), Produktionsvolumenanforderungen (der Unterschied zwischen Massenfertigung und kundenspezifischen Losgrößen) sowie Nachhaltigkeitsvorgaben (Materialnutzungseffizienz und Indikatoren für die CO₂-Bilanz). Hybride Lösungen werden wahrscheinlich in hochwertigen Sektoren dominieren, während sich bestimmte Anwendungsszenarien stärker auf ein einzelnes Verfahren konzentrieren werden. Die Ära des „Entweder-oder“ geht zu Ende; industrieller Erfolg beruht nun auf der strategischen Integration beider Verfahren.